Von Achtsamkeit und Vorurteilen

Wenn man sich viel mit Achtsamkeit und Tantra beschäftigt, hofft man dann nicht insgeheim, gefeiter gegen die Vorurteils-Falle zu sein? Weit gefehlt. Über einen Prozess, der wohl ein Leben lang andauert.

Was hat mich (mal wieder) an diese Erkenntnis erinnert, die keineswegs neu in meinem Leben ist? Folgendes Erlebnis: Ich bin bei einer Community rund um offene Sexualität angemeldet, in der es auch ein Tantra-Forum gibt. Die Einträge dort sind – der Natur der Community geschuldet – mal achtsamer, mal weniger. Viele auf der Plattform wollen einfach nur Sex, ohne groß darüber zu reflektieren. Was ja auch in Ordnung ist. Sprich: Die Einträge erfüllen meist nicht den Grad an geistiger Tiefe, den man sich von seinem hohen tantrischen Ross aus wünscht.

Vor einiger Zeit stellte eine Frau in dieser Gruppe eine Suchanfrage ein, die sinngemäß lautete „Ich will auch mal so ein Tantra erleben“. Die Nachricht war unsorgfältig geschrieben und voller Rechtschreibfehler. Aus ihr war unschwer herauszulesen (oder besser: ich interpretierte es hinein), dass die Frau nicht wirklich eine Ahnung davon hatte, was denn „so ein Tantra“ überhaupt sein könnte, und was sie da eigentlich sucht.

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Tantra Massage lernen: Gerne, aber bitte richtig

Vor einigen Wochen ließ ich mich endlich wieder einmal selbst massieren – im Rahmen einer professionellen Tantra Massage. Und ich war ziemlich enttäuscht. Du willst die Tantra Massage lernen? Und das nicht nur für den privaten Hausgebrauch? Wunderbar. Warum Wochenend-Kurse dafür keineswegs ausreichen.

Die Massage war keineswegs schlecht, ich war entspannt, die Masseurin bemüht. Und doch fehlten gerade die kleinen aber wesentlichen Dinge, die eine tantrische Massage von einem reinen Wohlfühl-Angebot oder einer Erotik-Massage unterscheiden (wie du als Empfänger/Empfängerin seriöse Angebote findest, erfährst du in diesem Beitrag). Hier ein paar Beispiele:

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Der Grund, warum ich berühre

In meiner Ausbildung hatte ich eine Supervision (eine angeleitete Tantra Massage), an die ich mich noch heute ungern erinnere: Die Stimmung war verkrampft, nicht energetisch, fast schon verzweifelt. Heute habe ich für mich erfahren, warum dies so war. Viel mehr noch: Ich habe den Grund herausgefunden, warum ich berühre.

Die Empfängerin der Supervision sagte damals zu mir – nachdem die äußerst angespannte „Sitzung“ endlich vorbei war – sinngemäß:

Du kannst erst dann wirklich tantrisch massieren, wenn du deinen Grund kennst, warum du dies tust.

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Geschafft und dankbar: Tantramasseur TMV

Yipieeee, geschafft! Meine Ausbildung zum Tantramasseur laut Tantramassage-Verband (TMV) – und die Abschlussprüfungen. Damit geht eine spannende Zeit zu Ende, eine neue beginnt. Über Dankbarkeit, Freude und ein wenig Stolz. Aber auch über meinen Respekt vor der verantwortungsvollen Aufgabe.

Insgesamt vier Jahre dauerte die Ausbildung. Und damit deutlich länger als ursprünglich geplant – durch diverse Umbrüche in meinem Leben, aber auch durch weitere Trainings zur achtsamen Sexualität. Es hat sich gelohnt: Ich habe noch nie so viel über mich, meine Intimität und mein Mann-Sein gelernt, wie in dieser Zeit. Und ich habe diesen Blog gestartet, begleitend zu meiner Ausbildung.

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Tinder & Co.: Manipulierte Liebe

Ja, ich habe es getan. Und ich kenne kaum jemanden, der nicht auch schon Tinder, Bumble und andere Online-Datingportale ausprobiert hat. Was macht die Liebe per Mausklick mit uns? Und wo tricksen die Anbieter? Ein Selbstversuch.

Zugegeben: Tinder fasziniert. Wie alle Dienste, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Ich sehe Frauen aus meiner näheren Umgebung, die ebenfalls auf der Suche nach einem Partner sind – oder nach einem unverbindlichen Abenteuer. Durch links swipen (Wischen) am Smartphone gebe ich der Frau ein „Nein“, rechts swipen bedeutet „Ja gerne“. Wenn beide sich gegenseitig „liken“, dann ergibt das ein „Match“. Und erst dann kann man miteinander chatten. Und sich verabreden.

Neugierde und Voyeurismus

Tinder & Co. bedienen deine Neugierde ebenso wie die Hoffnung, aber auch den Voyeurismus. Kritiker sagen, Liebe in Zeiten von Tinder sei vollkommen oberflächlich. Denn alleine das Aussehen deines Gegenübers entscheidet, ob du ihr oder ihm eine Chance gibst. Klar kann man sein Profil um eine Beschreibung ergänzen. Doch kaum jemand liest diese. Hier zählt Geschwindigkeit. Schließlich steigt mit jedem „Wisch“ die vermeintliche Chance, auf den Traumpartner zu stoßen.

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